Archiv für August 2017

Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung am 27.09.17 in Köln

Am 22. April 2017 hielt die AfD ihren Bundesparteitag in Köln ab. Die Veranstaltung konnte nur unter einem völlig übertriebenem Polizei-Einsatz stattfinden da es massive antifaschistische Proteste, Blockade-Versuche und Demonstrationen gab, die den Ablauf der Veranstaltung erheblich störten. Im Rahmen dieser Proteste wurde ein Genosse von der Polizei festgehalten und erhielt vor kurzem einen Strafbefehl gegen den er Einspruch eingelegt hat.
Deswegen wird der Fall nun vor dem Kölner Amtsgericht verhandelt. Wir als Unterstützungsgruppe rufen zur solidarischen Prozessbegleitung auf. Wir lassen niemanden alleine, denn auch wenn es hier einen Einzelnen getroffen hat, so sind doch wir Alle gemeint.



Kommt am Mittwoch 27. September 2017 um 12:15 Uhr zum Amtsgericht Köln und begleitet den Prozess.



Antifaschismus ist und bleibt legitim – Unsere Solidarität gegen ihre Repression!

Die Unterstützungsgruppe


P.S.: Außerdem laden wir zum Antirepressions-Kneipenabend im AZ Köln am Vorabend (26.09.17) ab 19 Uhr ein. Neben kühlen Getränken wird es ein Kneipen-Quiz geben!

Junge, was ist Rape Culture? – Vortrag am 13.09. im AZ

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Vortrag mit anschließender Diskussion und veganer Küche

Jana Klein: „Junge, was ist Rape Culture?“

13.09.2017
Autonomes Zentrum Köln
Luxemburger Str. 93
(H) Eifelwall

Der Fall Tugçe Albayrak, Julian Assange im Exil der equadorianischen Botschaft in London oder der entfesstelte Debattenmob nach der Kölner Silvesternacht: was diese medialen Ereignisse miteinander verbindet, ist die allgemeine Unfähigkeit im Öffentlichen wie im Privaten, sich dem Problem der sexualisierten Gewalt wirklich angemessen, ethisch und politisch, zu stellen. Die vielfältigen Abwehrmechanismen, mit denen nicht bloß Männer auf die Konfrontation mit der Kultur sexueller Dominanz reagieren, sind nicht nur eine alltägliche Herausforderung für antisexistische Bemühungen, sondern stellen mit der hinter ihnen steckenden Psychologie auch Schnittstellen dar, anhand derer die tiefe Verwobenheit der Geschlechterhierarchie mit anderen Feldern des ideologischen nachempfunden werden kann. Als Ideologien stellen sie banalerweise sicher, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse bleiben wie sie sind. Die ihnen anhängenden kulturellen Formationen jedoch sorgen täglich dafür, dass das Leben für viele Menschen mal mehr, mal weniger stark mit der Hölle auf Erden bedroht bleibt. Geschlecht, Rassismus oder Antisemitismus sind daher immer auch sexuell.
Im Vortrag soll anhand einiger jüngerer Beispiele dieser Zusammenhang näher beleuchtet und gezeigt werden, dass das Schlagwort “Rape Culture” zu mehr taugt als zur Klage darüber, dass in Fällen sexualisierter Gewalt meist den Betroffenen die (Mit)Schuld gegeben wird. Wenn “die Deutschen” nach Köln ihre eigenen sexuellen Unzustände (noch mehr) auf maghrebinische Männer projizieren und die Gefahr der Konsequenzen für weiße Nahfeldtäter damit faktisch verringern, ist das nur ein Beispiel dafür, wie die intersektionale Intervention in den White Feminism sehr wohl gesellschaftliche Strukturen aufzudecken imstande ist, die sich ihrem Wesen nach tendenziell der Erkenntnis entziehen. Ohne dann bei Oberflächlichkeiten wie “Diskriminierung” oder “Macht” stehen bleiben zu müssen, kann verstanden werden, dass die Hartnäckigkeit des Sexismus auf einen gesellschaftlichen Ist-Zustand verweist, der ohne Geschlechterhierarchie in seiner Gänze undenkbar würde.
Jana Klein beschäftigte sich u.A. in der Jungle World mit der medialen Aufarbeitung des Falls Tugçe Albayrak, der Debatte nach der Kölner Silvesternacht sowie mit islamistischen Strukturen in Westdeutschland.

Die Veranstaltung wird gemeinsam mit der Antifaschistischen Gruppe [cgn] organisiert (agcgn.blogsport.eu).

Kritische Orientierungswochen im Oktober

+++ Mit einigen Vorträgen werden wir und das Anarchistische Kollektiv Köln uns an der Kritischen Orientierungswoche an der Uni Köln beteiligen. Nicht nur für Studierende möchten wir einen Einführenden Überblick über Anarchismus und Feminism anbieten. Für mehr Infos schaut zeitnah auf unsrer Website vorbei.+++

Raus aus der Deckung – Kritische Orientierungswoche an der Universität zu Köln

In Zeiten, in denen die AfD versucht, in Universitäten aufzutreten, in Zeiten, in denen die FDP und CDU die Einführung der Studiengebühren für Nicht-EU-Bürger*innen fordert, in Zeiten, in denen die Neoliberalisierung der Universität die kapitalistische, wirtschaftsorientierte Verwertungslogik in der Universität immer stärkeren Einfluss gewinnt in Form von Excellenz-Initiativen und der Abschaffung sich angeblich nicht „lohnender“ Studiengänge, sehen wir es als wichtig an, offensiv Alternativen aufzuzeigen. Als Rahmen dafür, haben wir die „Kritische Orientierungswoche“ gewählt – ähnliche Ansätze gibt es bereits an Universitäten und Hochschulen in Berlin, Bremen oder Leipzig. Selbstorganisert wollen wir am Anfang des Semesters Studierenden eine alternative Möglichkeit geben, sich in der Hochschule und darüber hinaus zu engagieren, sich mit verschiedenen Kritiken der bestehenden Verhältnisse zu beschäftigen und auszutauschen. Wir möchten die gegebenen Verhältnisse kritiseren und dafür werden Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Veedelspaziergänge, ein Tag der Initiativen und eine Party geplant. Wir würden uns freuen, wenn ihr als Gruppen selber Veranstaltungen, Partys, Diskussionsabende oder das, was ihr spannend findet, im Rahmen der Kritischen Orientierungswoche anbieten möchtet. Kommt vorbei zu den Treffen, schreibt eine Mail und kommt mit uns in Kontakt. Wir sind kein festes Bündnis, sondern wollen den ersten Schritt für eine Vernetzung emanzipatorischer, feministischer, antirassistischer und kritischer (Hochschul)gruppen gehen.

Für eine kritische Hochschule – holen wir uns die Universität zurück.

StAVV Studierendenvertretung
Alternative Liste Uni Köln
AKK – Anarchistisches Kollektiv Köln
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IL Köln

Beitritt in die FdA!

Als anarcha-feministische Gruppe aus Köln sind wir Mitglied der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) geworden. Wir sind eine feministisch organisierte Gruppe, die offen für Frauen, Lesben, trans*- und inter*-Personen ist, möchten uns aber nicht nur mit feministischen Themen auseinandersetzen. Ein weiterer Fokus liegt auf Antifaarbeit und antiautoritären Themen.

Nicht nur stimmen wir mit der allgemeinen Prinzipienerklärung (https://fda-ifa.org/fda-ifa/prinzipienerklarung-des-fda/) einer Gesellschaft ohne Grenzen, Klassen und Staaten und dem Wunsch nach einer herrschaftsfreien Gesellschaft überein sondern haben bereits mit einigen Gruppen aus der FdA eng zusammengarbeitet.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass wir weder alle Positionen der FdA noch aller einzelnen Mitgliedsgruppen teilen. Zum Beispiel ist es uns nicht genug, Herrschaft nur im Rahmen von Nationalstaaten und Kapitalismus zu kritisieren, sondern weitere Herrschaftsverhältnisse wie Patriarchat, Rassismus und Antisemitismus ebenso zu benennen, analysieren und anzugreifen, auch in den eigenen Strukturen. Wir haben uns sehr über den langen Themenschwerpunkt Anarcha-Feminismus in der Gai Dao gefreut. Dennoch bleibt das Gefühl, dass eine weitere Sensibilierung für Sexismus (inklusive Heterosexismus und Cissexismus) in der Föderation notwendig ist. Das sehen wir nicht als die alleinige Aufgabe von Feminist_innen, glauben aber dass der Beitritt von immer mehr
explizit feministisch ausgerichteten anarchistischen Gruppen in die Föderation eine gute Grundlage ist um die Themenfelder, mit denen sich die Föderation und ihre Mitglieder_innen auseinandersetzen, auszuweiten.

Wir haben uns sehr gefreut, Feminist_innen aus weiteren FdA-Gruppen bei diversen Vorträgen und andreren Gelegenheiten kennen zu lernen und möchten uns gerne weiter vernetzen, um feministische Positionen innerhalb der Föderation, aber auch die Zusammenarbeit libertär-feministischer Gruppen allgemein zu stärken.

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