Vortrag am 18.02.2018 im AZ Köln: „Subjekt – Widerstand – Emanzipation: Anarchistische Subjekttheorien“

Wie werden wir von der bürgerlichen Gesellschaft und ihren Herrschaftsverhältnissen geformt? Welche Zwänge werden uns auflegt und welche Spielräume haben wir, zu gestalten, wie wir fühlen, denken, handeln und auf Einflüsse reagieren? Gegen die Formung durch die herrschenden Verhältnisse regen sich bei allen auf sehr unterschiedliche Weise Widerstände. Und weil wir ganz verschiedenen Vorstellungen entsprechen sollen, ist unsere Seinsweise ein Feld der politischen Auseinandersetzung.

Sich dagegen zu wehren, bestimmten Vorstellung zu entsprechen, ist keineswegs automatisch emanzipatorisch. Auch Faschist*innen und Neurechte rebellieren sub_kulturell gegen die gesellschaftliche Formung des Subjektes – und fordern dabei mehr Konformismus und Zwänge. Emanzipatorische Politik sollte hingegen darauf abzielen, die Grenzen der Lebensgestaltung aufzubrechen und neue Gestaltungsmöglichkeiten zu erkämpfen. Das ist jedoch kein Projekt individueller Selbstfindung, sondern muss in gemeinsamer Auseinandersetzung stattfinden.

Im Vortrag werden Grundgedanken der postanarchistischen Theorie dargestellt. Diese nehmen die Fragen in den Blick, wie wir als Menschen gesellschaftlich geprägt werden, wie wir das verweigern
und durchkreuzen können und was es bedeutet, die verinnerlichte Herrschaft, abzubauen. Was kann aber an die Stelle des „bürgerlichen Subjekts“ treten und wie können wir gemeinsam Seinsweisen entwickeln, die uns nicht in neue Zwänge und feste Vorstellungen führen, sondern tatsächlich freier machen?

Essen und Getränke gibt es ab 19Uhr, der Raum ist barrierfrei.
Eine Veranstaltung vom Anarchistischen Kollektiv Köln & about:fem, organisiert in der FdA – Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen


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